Rauchstopp Magazin

Einfach mit dem Rauchen aufhören

7 Tipps: Vorsätze fürs neue Jahr – so klappt’s

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Wieder ein Jahr vorbei – hoffentlich ein gutes! Wie wäre es, wenn das neue Jahr noch ein wenig besser würde? Womit wir bei den  Vorsätzen fürs neue Jahr wären. Woher stammt eigentlich die Tradition, das neue Jahr mit einem Wunsch an sich selbst zu beginnen? Und wie kann man dafür sorgen, dass die Bilanz in 365 Tagen positiv ausfällt?

Historische Wurzeln der Vorsätze fürs neue Jahr

Schon im alten Rom nutzen viele Menschen – ähnlich wie wir heute – die Chance auf das vergangene Jahr zurückzublicken und über das bevorstehende Jahr nachzudenken. Zum Jahresbeginn feierten die Römer damals den Gott des Neubeginns, Janus, welcher sich auch im Monatsnamen Januar wiederfindet. Janus hat der Mythologie zufolge zwei Gesichter, mit denen er sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft blickt.

Die Vorsätze fürs neue Jahr aus heutiger Sicht

Obwohl jeder Mensch seinem Leben jeden Tag eine neue Richtung geben kann, gilt der Jahreswechsel vielen als günstige Zeit, um innezuhalten, eine Bilanz zu ziehen und neue Ziele ins Auge zu fassen. Mit dem Rauchen aufhören, weniger Alkohol trinken, mehr Sport treiben, abnehmen, weniger arbeiten, mehr Zeit mit den Kindern verbringen, seltener Fleisch essen – die Liste der guten Vorsätze fürs neue Jahr ließe sich endlos fortsetzen.

Und doch gibt es kaum jemanden, der 12 Monate später zufriedene Häkchen an all diese Vorhaben auf seiner Liste machen kann. Immer wieder dasselbe Spiel: Wir fassen gute Vorsätze, starten voller Elan und Optimismus – und finden doch all zu schnell zurück zum alten Trott. Warum halten wir dennoch an dem Brauch, gute Vorsätze aufzustellen fest? … weil die Pläne im Kern gut für uns sind. Und warum scheitern wir dann? … weil wir leider oft genug einfach keine Ahnung haben, wie wir uns gegen die Macht der schlechten Gewohnheit zur Wehr setzen können. Dabei ist es gar nicht+ so schwer! Mit ein paar Tipps lassen sich tückische Durchhalte-Hürden im Alltag nehmen und die angepeilten Ziele besser erreichen.

7 Tipps, wie es dieses Mal mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr klappt

1. Messbare Ziele formulieren

„Im neuen Jahr abnehmen.“ Solche pauschalen Pläne – ohne messbares Ziel – gehen oft schief. Sind 500 Gramm Gewichtsverlust schon ein Erfolg? Oder müssten es 20 Kilogramm sein, um einen Unterschied zu sehen und sich wohler zu fühlen? Hilfreicher ist es, sich genau zu überlegen, was wann und wie geschehen soll. Auch das Warum spielt eine wichtige Rolle. Es macht eben einen Unterschied, ob ich mit dem Rauchen aufhören möchte, weil mein Chef diesbezüglich schon lange nörgelt oder ob mich der Gestank kalten Rauchs in der Wohnung selbst schon lange stört.

2. Erfolge vorweg nehmen

Wie fühlt es sich an, wenn ich in Zukunft am Wochenende ohne Kater aus dem Bett steige? Wie wird es sein, wenn ich die fünf Kilometer im Frühjahr in guter Zeit und ohne Atemnot oder Seitenstechen bewältige? Sich schon zu Beginn vorzustellen, welche Vorteile einem bestimmte Veränderungen im Leben bringen werden, steigert das eigene Durchhaltevermögen. In einem dunklen Moment weiß man dann schließlich, wofür man sich quält… Nach diesem aus dem Leistungsport bekannte mentale Training sollte man sich das Leben ohne Zigarette, ohne Übergewicht, im neuen Job etc. mit allen Sinnen ausmalen, damit man für den vor sich liegenden Weg viel Kraft aus dieser Vision schöpfen kann. Möglich ist aber auch das Gegenteil. So hilft es manchem auch, sich in Farben vorzustellen, was passiert, wenn man das eigene Verhalten nicht verändert.

3. Ziele aufschreiben

Wer ein einmal gefasstes Ziel in klare Worte fasst und aufschreibt, erhöht das innere Gefühl der Verpflichtung. Dazu taugt der Zettel am Kühlschrank genau so gut, wie eine digitale Erinnerung im Outlook-Kalender. So erfüllt eine Post-it am Monitor mit der Erinnerung, Wasser statt Kaffee zu trinken seinen Zweck meist recht zuverlässig. Schließlich appelliert er wunderbar ans schlechte Gewissen und ruft uns leise zur Ordnung.

4. Klein starten

Im Eifer des Gefechts setzt mancher seine Ziel zu hoch. Wer sich zu viel auf einmal vornimmt – nicht mehr rauchen, zum Frühstück immer Müsli essen, drei mal pro Woche ins Fitnessstudio gehen, vor 22 Uhr im Bett liegen – mutete sich unter Umständen zu viel vor. Langsam beginnen und Schritt für Schritt steigern, um der eigenen Überforderung vorzubeugen, ist oft von größerem Erfolg gekrönt.

5. Misserfolge kalkulieren

So mancher Weg ist steinig und so gehören auch Rückschläge zum Leben. Wem das bewusst ist, wer also Misserfolge einplant, kann sich für den Ernstfall wappnen. Beispielsweise kann man sich vornehmen, einen Freund anzurufen, wenn man doch wieder zur Zigarette greift oder sich seltene Ausnahmen zuzustehen, z.B. die Kalorientabelle auf Geburtstagsfeiern mit der Verwandtschaft für einen Nachmittag zu vergessen. So kann man gelassener mit Rückschlägen umgehen und muss nicht gleich voller Selbstverachtung – Motto: „Ich schaff’ das sowieso nie!“ – alle Pläne begraben. Schließlich gehört das Fehler-Machen zum Menschsein.

6. Verbündete suchen

Das Wichtigste ist es, an den einmal gefassten Zielen festzuhalten. Das fällt leichter, wenn man von Beginn an die Familie oder Freunde über seine Ziele informiert. Wer will sich schon leichtfertig eine Blöße geben?! Ebenso hilfreich ist es, sich Gleichgesinnte zu suchen. Zwar ist es nicht jedermanns Sache, sich einer Gruppe (fremder) Menschen anzuschließen, die ähnliche Ziele verfolgen. Der grundsätzliche Erfolg solcher Gruppen, wie man sie von den Weight Watchers oder den Anonymen Alkoholikern kennt, ist jedoch tausendfach bestätigt.

7. Erfolge feiern

Da jeder Vorsatz mit einer gewissen Anstrengung verbunden ist, sollte man sich für Erfolge auch ordentlich belohnen. Wie wäre es z.B., das durch das beendete Rauchen eingesparte Geld nach einer Woche in einen Frisörbesuch zu investieren oder sich für einen alkoholfreien Monat mit einem Kinoabend im Freundeskreis zu belohnen? Das ist gut für die Seele und sorgt für Glücksgefühle. Ein solches kurzes Innehalten ist eine wunderbare Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein und motiviert, seine Ziele weiter zu verfolgen.

Werden diese Tipps befolgt, dann „muss“ das neue Jahr doch ein gutes werden, oder?!

 

2 Kommentare

  1. Danke für die sieben Tipps, die ich gerne noch ergänze. So gibt es für langfristige und nachhaltige Veränderungen von Verhalten die Erfahrung, dass man das neue Verhalten mindestens 21 Tage durchhalten muss, um überhaupt im Gehirn den Anker für Veränderung zu setzen.

    Drei Dinge bringen Menschen erst wirklich dazu ihr Verhalten, was ja manchmal über Jahre oder gar Jahrzehnte besteht, zu ändern:

    1. Große Gefühle (Bsp. Liebe)
    Was tun Menschen nicht alles, wenn Sie sich verliebt haben. Da werden selbst alte Gewohnheiten fallengelassen, um dem neuen Partner zu gefallen.

    2. Akute Gefahren (Bsp. Tod)
    Viele Raucher hören erst dann mit dem Rauchen auf, wenn ihnen der Arzt definitiv sagt: ” Wenn Sie jetzt nicht aufhören zu rauchen, werden Sie ihr Bein verlieren und in zwei Jahren sind sie tot!”

    3. Immense Vorteile (Bsp. Besseres Leben)
    Der meint durch Veränderung sein Leben besser gestalten zu können, wird den Ansporn zur Veränderung finden.

    Ansonsten ist es schwer erlerntes Verhalten zu verändern, aber möglich.

  2. @Jörg: Vielen Dank für deine Ergänzungen!

    Die positive Ausirkung “großer Gefühle” auf die Zielerreichung kann ich nur bestätigen. Aus meiner Rauchfrei-Praxis kenne ich einige, die wegen frischer Schmetterlinge im Bauch endlich das Rauchen aufgeben wollten – und auch konnten.
    Was die Androhung schlimmer Konsequenzen bzw. Bedrohung durch Gefahren betrifft, konnte ich feststellen, dass der Hebel leider oft weniger groß ist. Nicht wenige habe ich kennengelernt – teils mit Sauerstoffgerät vor mir sitzend – die mit schulterzuckend erklärt haben, dass es nun ja wohl zu spät sei und sie nur ihrer Familie zuliebe einen Termin mit mir vereinbart hätten.

    Da stellt sich immer die Frage, wie aus einer Veränderungsidee ein Wunsch und aus diesem ein Ziel wird…

    PS: Den Link habe ich repariert… ;-)

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