Rauchstopp Magazin

Einfach mit dem Rauchen aufhören

Wie schädlich ist das Rauchen für die Zähne?

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Raucher erkranken häufiger an Lungenkrebs oder erleiden Herzinfarkte. Dass Tabak auch Mund und Zähne schädigt, ist dagegen weniger bekannt. Denn Tabak und der daraus entstehende Zigarettenrauch vermindert die Durchblutung der Mundschleimhäute so sehr, dass die Schleimhäute ihre Schutzfunktion verlieren – das Immunsystem wird also beeinträchtig.

Raucher haben häufiger gesundheitlich Probleme mit Mund und Zähnen

Die Folge langjährigen Rauchens sind zahlreiche Unannehmlichkeiten und Erkrankungen im Mund- und Rachenraum. Aber wie schädlich ist das Rauchen für die Zähne wirklich?

Bei Rauchern verfärben sich z.B. häufig die Zähne, ihr Atem riecht unangenehm und die Wundheilung nach einem chirurgischen Eingriff verzögert sich spürbar.

Aber auch Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und in deren Folge eine Erkrankung des Zahnbettes (Parodontitis) treten bei Rauchern deutlich häufiger auf als bei Nichtrauchern. Die Folge: Die Zähne werden beweglicher, verändern ihre Stellung und fallen später sogar aus!

Raucher haben öfter Parodontitis

Bereits bei zehn Zigaretten täglich ist das Parodontitis-Risiko deutlich erhöht. Die wissenschaftliche Auswertung von ca. 13.000 US-amerikanischen Patientendaten zeigte: Wer weniger als 10 Zigaretten am Tag raucht, hat im Vergleich zu Nichtrauchern ein ca. 3x höheres Risiko an einer Entzündung des Zahnhalteapparates zu erkranken. Bei einem täglichen Konsum von 30 Zigaretten erhöht sich die Gefahr sogar auf das Sechsfache, heißt es in der Fachzeitschrift Journal of Periodontology. Parodontitis fällt am Anfang normalerweise durch blutendes Zahnfleisch auf. Spätestens jetzt sollte so schnell wie möglich mit einer zahnärztlichen Behandlung begonnen werden. Die im Tabakrauch enthaltenen Stoffe bewirken aber, dass das Zahnfleisch weniger schnell blutet. Dadurch wird die Erkrankung oft zu spät erkannt. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Rauchern in der Folge deutlich mehr Zähne ausfallen als Nichtrauchern mit Parodontitis.

Raucher erleiden zahlreiche ernste Erkrankungen im Mund und an Zähnen

Wissenschaftliche Untersuchungen haben außerdem gezeigt, …

  • dass Raucher häufiger Verletzungen bzw. Läsionen an der Mundschleimhaut haben,
  • dass Tumoren durch Rauchen vor allem am Mundboden sowie an der hinteren Zunge entstehen und
  • dass Rauchen das Risiko für Speicheldrüsenkrebs erhöht.

Darübre hinaus belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien, dass der Erfolg einer Implantatbehandlung bei Rauchern beeinträchtigt ist. Forscher von der Universität Manchester (UK) fanden z. B. heraus, dass Raucher innerhalb von fünf Jahren nach einer Implantatbehandlung doppelt so viele Implantate verlieren wie Nichtraucher. Konkret heißt das: Die Verlustquote betrug bei Nichtrauchern nach fünf Jahren 2,9 Prozent und bei Rauchern 5,5 Prozent. Zahnärzte fassen das gern so zusammen: „Raucher sollten mit dem Rauchen aufhören, oder sich das Geld für ein Implantat sparen.“

Ursachen der zahnmedizinischen Gesundheitsprobleme von Rauchern

Weil bei Rauchern vor allem die Durchblutung im Mundraum reduziert ist, wird das Zahnfleisch dort nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und dadurch anfälliger für Infekte. Bakterien haben es also viel leichter, sich dort anzusiedeln. Diese Durchblutungsstörungen ergeben sich hauptsächlich durch die schädigende Wirkung der Inhaltsstoffen des Tabaks. Gefäßablagerungen sind die unangenehme Folge. Diese Ablagerungen erklären auch das höhere Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko von Rauchern, wenn sie sich in anderen Blutgefäßen im Körper ergeben. Im Mundraum allerdings machen sie sich bereits viel zeitiger bemerkbar. Denn hier sind die Arterien viel zarter, was eine schnellere Verengung bzw. Verstopfung zur Folge hat als in anderen Körperregionen, wo die Blutgefäße größere Durchmesser haben. Der Zahnarzt wird also häufig als erster Mediziner auf die negativen Auswirkungen des Rauchens aufmerksam.

Ein Rauchstopp hilft immer

Entschließt sich ein Raucher, sein Laster aufzugeben, verringert er sein Parodontitis-Risiko bereits nach wenigen Wochen messbar. Die Wissenschaftler der großen US-Bevölkerungsstudie fanden heraus: Elf Jahre nach der Raucherentwöhnung ist das Risiko, dass die Zähne wackelig werden, so niedrig wie bei einem Nichtraucher. Die Zahnärzte beraten hierzu gern individuell.

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